Soft Skills – was ist das und wie helfen dir diese in deiner Ausbildung?

Team auf Basketballplatz

Im Beruf sind sie sehr gefragt, und Karriereexperten sprechen ihnen eine immer größer werdende Bedeutung zu: Die Rede ist von den sogenannten Soft Skills. Doch was ist damit überhaupt gemeint? Und wie helfen sie dir in deiner Ausbildung? Der folgende Beitrag bringt Licht ins Dunkel.

Soft Skills umfassen persönliche, soziale und methodische Kompetenzen. Darunter fallen wichtige Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Motivation und eine strukturierte Arbeitsweise. Soft Skills lassen sich in drei Kategorien einteilen:

  1. Persönliche Kompetenzen umfassen auf dich selbst bezogene Eigenschaften wie Selbstvertrauen und Selbstreflexion
  2. Soziale Kompetenzen beziehen sich auf den Umgang mit anderen – eine klassische soziale Kompetenz ist Teamfähigkeit
  3. Methodische Kompetenzen zeigen auf, wie du etwas löst. Dazu gehören Präsentationstechniken und Zeitmanagement

 

Obwohl du von dieser Einteilung ausgehen kannst, greifen die Soft Skills ineinander über, sodass Kompetenzen aus dem einem Bereich zumeist auch Fähigkeiten in einem anderen Bereich erfordern. Beispielsweise erfordert eine gelungene Präsentation auch ein gewisses Selbstvertrauen.

 

Team auf Basketballplatz

Soft Skills werden schon in der Kindheit erworben und können auch im Erwachsenenalter trainiert werden.

 

Soft Skills sind eng mit deiner Persönlichkeit verbunden und wurden schon in deiner Kindheit erworben. Aber das heißt nicht, dass du sie jetzt nicht mehr trainieren kannst – im Gegenteil 😉

Eine gute Ausgangsbasis ist es, wenn du dich mit deiner Grundeinstellung und deinen Wertevorstellungen auseinandersetzt. Denn je klarer und definierter dein Bild von dir selbst ist, desto leichter kannst du an dir arbeiten. Gehe erst einmal von deinen Stärken aus und begreife sie als Aushängeschuld. Danach kannst du an deinen Defiziten ansetzen. Was hindert dich zum Beispiel daran, selbstbewusster zu handeln? Wenn du die Barrieren beseitigt hast, setze dir Ziele, die klar und erreichbar sind.

 

Die wichtigste Fähigkeit im Beruf? Kommunikationsfähigkeit!

Soft Skills, die explizit für Beruf und Karriere benötigt werden, werden Business Skills genannt. Ganz besonders gefragt ist die Kommunikationsfähigkeit. Kommunikation verbindet Menschen. Und auch Mitarbeiter. Aus diesem Grund ist eine gute Kommunikation im Betrieb auch so überaus wichtig, denn: Nur wenn Menschen miteinander kommunizieren, interagieren sie auch. Ohne Interaktion gäbe es im Grunde keine Unternehmen, denn jedes Meeting ist offensichtlich getragen von der Kommunikationsfähigkeit der Teilnehmer.
Menschen mit Kommunikationsfähigkeit …

  • vermitteln den Gesprächspartnern Achtung und Wertschätzung
  • können einfache Gedankengänge ebenso kommunizieren wie abstrakte
  • haben ein der Situation angepasstes Auftreten

 

Für eine erfolgreiche Kommunikation kommt es natürlich darauf an, was du sagst. Noch wichtiger ist aber, wie du es sagst. Man unterscheidet hier zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation. Die nonverbale Kommunikation läuft auf der Beziehungsebene ab. Im Nichtsprachlichen geht es um alle Gesten, die Mimik, den Gesichtsausdruck sowie die Körperhaltung. Aber auch die Blickrichtung während eines Gespräches und die Stimme zählen zur nonverbalen Kommunikation. Die nonverbale Kommunikation erzeugt positive oder negative Reaktionen beim Gesprächspartner und ist zu einem Großteil dafür verantwortlich, ob sich Vertrauen und Sympathie zum Gesprächspartner aufbauen. Wie du sie trainieren kannst?

Das altbekannte Training alleine vor dem Spiegel eignet sich sehr gut, um an seinen nonverbalen Signalen zu arbeiten. Wenn du das nicht so gerne machst, kannst du zu einem anderen Trick greifen: Schau dir einen Film- oder Serienausschnitt von einer Person an und stell dabei den Ton ab. Nun versuche, die wahrgenommene Körpersprache zu deuten. Danach schau dir das Ganze mit Ton an und überprüfe, ob du richtig gelegen hast.

 

80 Prozent eines Gesprächsinhaltes wird über die Körpersprache vermittelt

Hast du diese Situation selbst schon einmal erlebt? WAS eine Person sagt und WIE sie es sagt passen überhaupt nicht zusammen? In den Worten liegt eine freundliche Begrüßung (verbale Kommunikation), der Gesichtsausdruck ist aber sehr grimmig und verschlossen (nonverbale Kommunikation). Was denkst du, bleibt der sprachliche oder der nichtsprachliche Teil der Begrüßung durch diese Person stärker beim Gegenüber hängen?

Hierzu gibt es sogar Forschungsergebnisse: Das deutsche „Allensbach-Institut“ berichtet in einer Studie, dass die verbale Kommunikation, also der Inhalt des Gesagten nur 19 Prozent ausmachen. Die paraverbale Kommunikation, also der Tonfall, die Betonung und die Artikulation sind da mit 26 Prozent schon wichtiger. Die nonverbale Kommunikation, mit all Ihren Gesten, der Mimik, den Bewegungen und dem Auftreten insgesamt macht sogar 55 Prozent eines Gespräches aus. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass mehr als 80 Prozent eines Gesprächsinhaltes über die Körpersprache vermittelt wird.

Damit du in deiner Ausbildung Fehlinterpretationen und Missverständnisse vermeidest, hilft es, wenn du lernst, die Körpersprache deines Gegenübers zu lesen. Das sind die wichtigsten Signale, die du kennen solltest:

  • Hängende Schultern wirken träge, unmotiviert und wenig selbstsicher
  • Verschränkte Arme wirken dagegen abweisend und wenig kompromissbereit
  • Die Hände auf den Knien sind oft ein Zeichen von Nervosität und Angespanntheit
  • Ein fehlender Blickkontakt wirkt unseriös, uninteressiert und nicht selbstbewusst

 

Wie erlebst du das Thema Kommunikationsfähigkeit in deinem Ausbildungsbetrieb? Was schätzt du besonders an den Umgangsformen in deiner Firma? Teile deine Erfahrungen mit der Azubi-Community in den Kommentaren.

Dein BNW-Redaktionsteam

Kommentare