Präsenz und Wirkung als Führungskraft – darauf kommt es an

Wie können Sie Ihre Präsenz und Selbstwirksamkeit als Führungskraft steigern? Die folgenden Bausteine unterstützen Sie durch gezieltes Verhalten und klare Handlungen – und verstärken eine empathische Wirkung.

Motivierende Kommunikation

Gute Kommunikation ist ein Geben und Nehmen. Verwenden Sie als Führungskraft die drei wichtigsten Kommunikationsinstrumente:

  1. Aktives Zuhören und Spiegeltechniken zum Erzeugen von beidseitigem Verständnis
  2. Fragetechniken und fragende Haltung – wer fragt, der führt
  3. Ich-Botschaften und das Mitteilen von Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch (WWW)

Empathisches Verhalten

Zeigen Sie eine zugewandte Körpersprache: Stehen Sie schulterbreit, fest auf beiden Füßen und bleiben Sie locker in den Knien. Halten Sie Blickkontakt, denn dieser ist die Basis für weiteren Kontakt. Zwei bis drei Sekunden reichen bereits aus, bleiben Sie fokussiert und aufmerksam. Kopf und Oberkörper sind leicht nach vorn geneigt. So signalisieren Sie Ihren Gesprächspartnern, dass Sie ihnen zuhören.

Ihre Gestik sollte positiv und offen sein. Halten Sie die Hände oberhalb der Gürtellinie, das wirkt aktiv. Beim Zuhören sind die Finger geankert, zum Beispiel durch das leichte Drücken des Ringfingers. Beim aktiven Sprechen sind Ihre Hände geöffnet, Ihre Handflächen zeigen offen zum Gesprächspartner. Beliebt sind auch die „sprechenden Hände“: Mit gezielter Gestik untermalen Sie Ihre Worte, die Finger haben Spannung bis in die Spitzen.

Eine angenehme und tiefere Stimmlage wirkt beruhigend und ermutigend zugleich. Stimme ist Atmung. Atmen Sie tief in den Bauch, anstatt die Luft anzusaugen. Betonen Sie Schlüsselwörter, indem Sie vorher eine kleine Pause setzen.

Gelassenheit siegt, Konflikte konstruktiv angehen

Bewahren Sie Ihre Selbstbeherrschung nach dem Motto „führe dich selbst, führe andere“. Ihr Verhalten bei Konflikten sollte lösungsorientiert und konstruktiv sein. Auf der einen Seite sollten Sie zeitnah reagieren, andererseits sollten Sie die 24-Stunden-Regel beachten und mindestens eine Nacht darüber schlafen, wenn Sie sich persönlich geärgert haben und emotional betroffen sind. Störungen haben Vorrang. Warten Sie nicht zu lange in der Hoffnung, es würde sich von allein lösen. Vereinbaren Sie am gleichen Tag mit den Betroffenen einen Gesprächstermin für den Folgetag – zunächst unter vier Augen, damit alle die Chance erhalten, ihr Gesicht zu wahren.

Regelmäßiges Feedback als Chance zur Veränderung

Geben Sie individuelles Feedback und fahren Sie Feedback-Schleifen mit dem gesamten Team – am besten als Regeltermine, die als Dialog gestaltet werden. Idealerweise werden diese Feedbackgespräche moderiert, alle übernehmen reihum die Moderationsrolle, bereiten die gemeinsam erstellte Agenda vor und moderieren Aktionen und das Verteilen von Aufgaben.

Sichtbarkeit und Zeitfenster

Haben Sie immer ein offenes Ohr für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und geben Sie ihnen das Gefühl, ansprechbar und für sie da zu sein, besonders in stressigen Phasen. Eine Führungskraft, die Hektik und Aktionismus verbreitet, permanent gehetzt wirkt und signalisiert, an allen Fronten gleichzeitig gefordert zu sein, wird „geschont“. Man vermeidet den Austausch mit ihr und kreiert eigene Lösungen, oft zum Nachteil des Teams.

Wertschätzung und Respekt

Pflegen Sie in Ihrem Team eine Atmosphäre der Wertschätzung und des wechselseitigen Respekts. Achten Sie auf eine positive und lösungsorientierte Sprache, die beschreibt, was geht und zukünftig besser wird anstatt zu sagen, was alles falsch gelaufen ist. Vermeiden Sie rückwärtsgewandte Vergangenheitsbewältigung und Rechtfertigungen. Sprechen Sie stattdessen über zukünftige Lösungen.

Fehlerkultur zulassen

Wo Menschen zusammenarbeiten, passieren Fehler. Betrachten Sie Fehler in Ihrem Team als Chance, um Verbesserungspotenzial zu erkennen und fixieren Sie sich nicht auf die Fehlersuche. Konzentrieren Sie sich auf individuelle Stärken. Wenn Sie sich zu sehr den Defiziten widmen, wird Ihr Blick für Stärken und Potenziale getrübt.

Klare Vereinbarungen und Transparenz

Treffen Sie für zukünftiges Verhalten klare Vereinbarungen, stellen Sie gemeinsam Spielregeln auf. Erläutern Sie bei Veränderungen Ihre Vorgehensweise und schaffen Sie Transparenz, vor allem bei Entscheidungen, die Sie als Führungskraft allein zu verantworten haben.

Handlungsprinzipien

Mit klaren Handlungsprinzipien erreichen Sie viel und sind gleichzeitig Vorbild. Ein Handlungsprinzip besteht aus Sinnsprüchen für ein gutes Miteinander, wie zum Beispiel „Aller guten Dinge sind drei“: Dreimal stört mich etwas oder ich ärgere mich, dann spreche ich es konkret an. Stellen Sie mit Ihrem Team fünf Handlungsprinzipien zusammen, auf die alle gemeinsam achten. Auch „Wertschätzung“ gehört dazu.

Vertrauen und Selbstwirksamkeit

Schenken Sie einen Vertrauensvorschuss. Geben Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Gefühl, dass Sie ihrem Handeln vertrauen und dass sie selbst etwas bewirken können. Bauen Sie gemeinsam auf Selbstwirksamkeit. Selbstwirksamkeit ist das Vertrauen in sich selbst: ich kann aktiv etwas bewirken und verändern. (Selbst)bewusst und achtsam übernehmen Sie die Verantwortung für Veränderung, der erste Schritt ist vollbracht.

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Autorin: Iris Kadenbach, Geschäftsführung, Kadenbach Coaching Hamburg | Hannover

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