Ist Millenials die Arbeit überhaupt noch wichtig? – Firmen fragen, das BNW antwortet

Immer wieder erreichen uns Fragen von Unternehmen, die von Millennials, Generation Y und Z – also jüngeren Mitarbeitern – und deren eher unkonventionellen Erwartungen frustriert sind. Die neuen Mitarbeiter scheinen sich so gar nicht in die gewohnten Strukturen und Verhaltensweisen einpassen zu wollen.

In unserer neuen Serie „Firmen fragen, das BNW antwortet“ wollen wir Antworten auf Firmen-Fragen – natürlich auch zu anderen Themen – liefern. Sie basieren auf unserer Erfahrung mit Azubis verschiedenster Generationen und jahrelangem Austausch mit Unternehmen. Ab und an erlauben wir uns auch einen Hinweis auf passende Kursangebote aus unserem Portfolio.

 

Brauchen Millenials mehr Freizeit?

Für die Millenials ist Arbeit nicht alles. Freizeit, Familie und Freunde werden genau so groß geschrieben. Die Unternehmensinteressen werden ganz klar hinter der Privatleben geordnet. Wie gehen wir denn mit solchen Mitarbeitern um?

Die Feststellung im ersten Teil der Frage ist richtig. Millenials haben ein anderes Verhältnis zur Arbeit und gestalten ihre Work-Life-Balance anders. Nicht ohne Grund spricht man heute eher von Work-Life-Blending.

Doch bei dieser Frage schwingt auch die unausgesprochene Botschaft mit „solche Mitarbeiter sind nicht motiviert und lassen sich nicht motivieren“.  Und da widersprechen wir – aus Erfahrung.

Denn es ist nicht so, dass sich jüngere Mitarbeiter nicht motivieren lassen oder nicht motiviert sind. Sie legen nur Wert auf andere Aspekte und ziehen ihre Motivation aus anderen Motiven. Und ihr Lernverhalten ist ein anderes.

 

Neues Lernverhalten, neue Motivationsfaktoren

Drei Jugendliche arbeiten fieberhaft am Laptop

Die Bremer Azubis der Georg Schünemann GmbH (v.l.) Marc Seifert, Darina Szisnat und Maxine Wohlgemuth in Aktion.

Einige der wichtigsten Punkte:

  • Sinn und Wirkung der Arbeit – sowohl für das eigene Leben als auch gesellschaftlich – spielen eine größere Rolle als früher. Unternehmen können, wenn sie den Sinn der Aufgaben klar kommunizieren, sehr motivierte Mitarbeiter erleben.
  • Auch die eigene Rolle im gesamten Produktionsprozess ist für jüngere Mitarbeiter wichtig. Sie wollen die Wirkung ihrer Arbeit sehen und beurteilen können. Wenn sie sich als Zahnrad im Getriebe fühlen, ist die Motivation schnell verfolgen oder kommt gar nicht erst auf.
  • Millenials lernen anders als ältere Mitarbeiter. Sie warten nicht unbedingt darauf, Informationen im Tempo und Timing der Ausbilder oder der Vorgesetzten vermittelt zu bekommen. Stattdessen werden sie selbst aktiv, recherchieren und nutzen Online-Medien, um sich zu informieren.
  • Jüngere Mitarbeiter wollen, zumindest meistens, Lösungswege nicht starr vorgegeben bekommen. Sie suchen gerne – und motiviert – nach neuen und eigenen Wegen. Klar passieren dabei auch Fehler, doch Unternehmen werden überrascht sein, welche neuen Lösungen so entstehen können.

Uns ist bewusst, und das erleben wir auch immer wieder, dass diese Anforderungen und Erwartungen neuer Mitarbeiter für manche Unternehmen und Ausbilder eine echte Herausforderung darstellen. Nicht jedes Ausbildungssystem und nicht jeder Betrieb kann und will sich in seiner Arbeitsweise umstellen.

Glücklicherweise braucht es auch keine radikale Veränderung. Mit etwas Freiheit in der Gestaltung von Lösungen und ein wenig mehr Transparenz, was die Wirkung der eigenen Arbeit angeht, ist schon viel gewonnen.

Wenn Sie als Ausbilder die Lern- und Denkweise von Millenials noch besser verstehen wollen, erlauben wir uns den Hinweis auf unser Seminar „Grundwissen für Ausbildungsbeauftragte“– Dort gehen wir in die Tiefe und vermitteln die wichtigsten Werkzeuge für den Umgang mit und die Motivation von Azubis und jungen Mitarbeitern.

 

Artikelbild: Ion Chiosea auf 123rf.com

Kommentare