Digitale Innovationen für die berufliche Aus- und Weiterbildung

Frau mit VR Brille

Ein Beitrag von Prof. Dr. Julia Knopf, begleitend zur Jubiläumsveranstaltung „50 Jahre BNW“ am 18.09.2019.

Die Präsentation können Sie hier herunterladen:
Vortrag „Digitale Innovationen für die berufliche Aus- und Weiterbildung“

Didaktik und Technologie neu gedacht

Die Digitalisierung hat die Aus- und Weiterbildung längst erreicht. Sie verändert die Arbeitswelt und damit auch die Anforderungen an Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Um diesen besonderen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es passgenauer, individualisierter Angebote. Die Digitalisierung durch mobile und tragbare Informationssysteme bietet in diesem Zusammenhang neue Chancen und ermöglicht eine bis dato nicht erreichte Form des Zugangs zu Lerninhalten.

Zwei Herausforderungen spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle: Aufgrund des demographischen Wandels muss die berufliche Weiterbildung kontinuierlich gestaltet werden. Zum einen wird die Rekrutierung hochqualifizierter Fach- und Führungskräfte durch demographische Veränderungen schwieriger. Zum anderen birgt die demographische Entwicklung neue Herausforderungen, da die Mitarbeiter vom Schulabgang bis zum Rentenalter mit dem aktuellen Stand der Technik Schritt halten müssen. Dabei geht es insb. auch um die Überwindung technologischer Hürden.

Auch Produkte und Dienstleistungen wandeln sich. Innovationszyklen werden kürzer, da im Wettbewerb – mit seiner steigenden Dynamik – kontinuierlich neue Produktmodelle entwickelt werden. Insgesamt führt dies dazu, dass immer komplexer werdende Sachverhalte in kürzerer Zeit von Mitarbeitern verstanden werden müssen. Die Weiterbildungsangebote müssen sich diesem Tempo anpassen. Dazu können digitale Medien sinnvoll eingesetzt werden, um die klassische Weiterbildung durch Möglichkeiten der Digitalisierung zu erweitern.

Digitalisierung als Treiber für innovative Lernangebote

Mobile oder tragbare Endgeräte erfahren eine steigende Anwendung in allen Lebensbereichen. Insb. die heranwachsenden Generationen von Fachkräften erleben als Digital Natives eine umfassende Integration von IT in ihren privaten Alltag. Diese digitalisierungsbedingten Veränderungen betreffen die Arbeitswelt in vielfältiger Hinsicht. So erfordert die Ausgestaltung zukunftsfähiger, innovativer Aus- und Weiterbildungskonzepte die Integration von IT-Lösungen, um die Technologiekompetenz der Mitarbeiter zu kanalisieren und durch neue Formen der Vermittlung von Lerninhalten die Qualität der Weiterbildungsangebote zu erhöhen.

Die Nutzung der erstellten Bildungsinhalte muss dabei einerseits auf klassischen digitalen Lehr- und Lernmedien wie Laptop, Smartphone oder Tablet möglich sein. Andererseits ermöglichen Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen (kurz: AR und VR), dass die erstellten Bildungsinhalte durch die Nutzung bzw. das Tragen von Wearables oder AR-Brillen direkt erfahrbar werden (orts- und zeitunabhängig). So können die Bildungsinhalte dem Lernenden parallel zur tatsächlichen Ausführung einer Tätigkeit vermittelt werden.

Der Wandel zum lebenslangen Lernprozessbegleiter unter Nutzung neuester Technologien bietet enorme Effektivitäts- und Effizienzvorteile. Die Produktivität der Mitarbeiter kann in digitalen Lernwelten nachhaltig gesteigert werden bei gleichzeitiger Reduktion der Kosten. Hierbei müssen die Lehr- und Lernwerkzeuge sowie die Lerninhalte so designt werden, dass – eingebettet in ein bedarfsgerechtes, anwendungsorientiertes Aus- und Weiterbildungskonzept – ihre Nutzung vor dem Hintergrund einer sich stetig verändernden Bildungslandschaft nachhaltig ermöglicht wird.

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